Weltpolitik zwischen Käfigkampf und Schneeräumdienst

**Eilmeldung aus der neuen Weltordnung:

Zwischen Cage-Fight, Kanzler-Schneeschaufel und globaler Gesichtskirmes**

Washington, Berlin, Bottrop-Süd – die Welt ist aus den Fugen geraten. Und nein, nicht so ein bisschen schief wie Omma Elsies Küchentisch nach 40 Jahren Kaffeekränzchen, sondern richtig aus den Angeln. Die neue Weltordnung wird dieser Tage nicht mehr verhandelt, sie wird geprügelt, geräumt oder einfach ausgesessen. Willkommen im Jahr der politischen Körperertüchtigung.

Fangen wir drüben an, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der begrenzten Selbstreflexion.

Donald Trump – Commander in Beef

Donald J. Trump, der Mann, der Diplomatie schon immer für eine Art „Softporn für Schwächlinge“ hielt, hat endgültig klargemacht, wo der Hammer hängt – und zwar im Oktagon. G7-Gipfel abgesagt. Nicht wegen Terminkollisionen, nicht wegen Weltkrise, sondern weil der Präsident „anderweitig trainiert“. Und zwar für das, was künftig als Außenpolitik 2.0 gilt: Cage-Fight statt Konferenzraum.

„Reden ist Silber, Zuschlagen ist Gold“, soll Trump intern gesagt haben, während er im Weißen Haus mit nacktem Oberkörper an einem Boxsack hängt, auf dem „EU“, „China“ und „unfaire Zölle“ steht. Seine neue Doktrin nennt sich „Make Grappling Great Again“. Handelsabkommen werden nicht mehr unterzeichnet, sondern ausgefochten. Drei Runden, kein Zeitlimit, Sieger schreibt die Regeln.

Das Oval Office wurde bereits umgebaut. Teppich raus, Gummimatten rein. Der Resolute Desk steht jetzt am Käfigrand. Der Secret Service sucht verzweifelt nach Sparringspartnern, die bereit sind, sich für Amerika die Nase zu brechen – Bonusmeilen inklusive.

Und irgendwo in Brüssel sitzt ein EU-Diplomat, schaut auf diese Nachrichtenlage und fragt sich leise:
„Hätten wir doch damals beim Judo in der Schule besser aufgepasst.“

Deutschland: Schneefallstufe Rot – Regierung handlungsunfähig

Schnitt. Kamera nach Deutschland. Sauerland. CDU-Klausurtagung. Kanzler Friedrich Merz, der Mann, der Deutschland führen will wie ein DAX-Konzern – effizient, kühl, zahlengetrieben. Eigentlich.

Dann fällt Schnee. Zwei Zentimeter. Keine Lawine. Kein Blizzard. Einfach nur weiße Flocken, wie sie früher schon Oma mit dem Besen von der Einfahrt gefegt hat, während sie nebenbei noch ’ne Erbsensuppe angesetzt hat.

Ergebnis: Absage. Stillstand. Krisensitzung.

Der Kanzler, der die Schuldenbremse mit der Inbrunst eines Buchhalters verteidigt, scheitert an der Winterdienstbremse. Der Mann, der dem Land „mehr Leistung“ abverlangt, steht mit dem Eiskratzer vor seinem Dienstwagen und erkennt: Theorie und Praxis sind manchmal zwei sehr unterschiedliche Parkplätze.

Man sieht ihn förmlich vor sich: Merz, geschniegelt, geschniegelt, geschniegelt – und dann diese Schneeschicht. Ratlosigkeit. Stille. Ein leises „Tja“.

Die Metapher liegt auf der Straße – und ist glatt

Das ist kein Einzelfall, das ist Symbolpolitik in Reinform. Deutschland will durchregieren, reformieren, sanieren, sparen, optimieren – aber sobald die Realität ein bisschen rutschig wird, wird erstmal abgesagt.

Große Worte zur Wettbewerbsfähigkeit, aber keine Winterreifen auf der politischen Achse. Wir wollen den Sozialstaat kürzen, aber der Räumdienst kommt uns zuvor. Prioritäten, sag ich nur.

Während Trump der Welt droht, sie notfalls im Käfig zu regeln, diskutiert Deutschland darüber, ob man bei Schneefall eventuell doch mal Homeoffice machen sollte. Das ist keine Kritik, das ist eine Bestandsaufnahme.

Weltpolitik zwischen Faustrecht und Fußbodenheizung

So sieht sie also aus, die neue Weltordnung:
In den USA entscheidet der Bizeps über Bündnisse.
In Deutschland entscheidet der Wetterbericht über Termine.

Und irgendwo dazwischen sitzt Europa, bewaffnet mit Papieren, Erklärungen und der festen Hoffnung, dass bitte niemand merkt, wie sehr man gerade hofft, dass alles einfach wieder normal wird.

Trump spricht von Stärke, meint aber Muskelmasse.
Merz spricht von Ordnung, meint aber Excel-Tabellen.

Und beide eint etwas Entscheidendes: Die Realität hat sich nicht an ihre PowerPoint-Folien gehalten.

Der Ruhrpott blickt drauf – und kratzt sich am Helm

Und hier im Pott? Wir gucken uns das an, ziehen die Augenbraue hoch und sagen:
„Ja klar. Dat wird schon.“

Hier weiß man: Wer im Winter nicht rausgeht, hat im Sommer nix geschafft. Und wer glaubt, Politik ließe sich entweder mit Schlägen oder mit Absagen machen, der hat den Laden nicht verstanden.

Trump glaubt, die Welt sei ein Ring.
Merz glaubt, sie sei ein Meetingraum.

Die Wahrheit ist: Sie ist eher ’ne Baustelle bei minus zwei Grad, ohne Bauleiter, mit drei Meinungen und einer kaputten Thermoskanne.

Ausblick: Hoffnung liegt im Schneematsch

Was bleibt? Die Erkenntnis, dass weder der Cage-Fight noch die Schneepause Lösungen sind. Stärke zeigt sich nicht im Zuschlagen, und Führung nicht im Absagen.

Vielleicht wäre es mal an der Zeit, dass man wieder Politik macht, statt sie zu inszenieren. Weniger Show, mehr Substanz. Weniger Muskel, mehr Rückgrat. Weniger Ausreden, mehr Anpacken.

Aber bis dahin gilt:
Wenn Trump demnächst wieder irgendwo einmarschieren will, hoffen wir hier einfach auf Schneefall. Denn dann ist zumindest sicher, dass die deutsche Regierung nicht pünktlich ankommt – und das Schlimmste vielleicht nochmal vertagt wird.

Und jetzt entschuldigt mich. Ich muss raus. Schneeschaufeln.
Die Welt wartet ja bekanntlich nicht – aber Deutschland offenbar schon.


Horst Wibger
(leicht frierend, aber wach)

Horst Wibger

Horst Wibger Ruhrpott-Satiriker, Besserwisser mit Herz und der lebende Beweis, dass Klartext nie aus der Mode kommt.👉 Facebook | Instagram

Satire-Hinweis

Dieser Beitrag ist Satire. Er nutzt Überzeichnung, Ironie und pointierte Zuspitzung, um politische Entwicklungen zu kommentieren. Ähnlichkeiten mit realen Personen und Ereignissen sind kein Zufall, sondern Teil der kritischen Auseinandersetzung.


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